Das Prinzip des Rhythmus

 

 Du bist der weg

Alles fließt aus und ein,

alles hat seine Gezeiten,

alle Dinge steigen und fallen,

das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem,

das Maß des Schwungs nach rechts ist das Maß des Schwungs nach links,

Rhythmus kompensiert.

(Kybalion)

Dieses Prinzip enthält das Wissen, dass sich in allem was ist eine Bewegung zeigt. Wie ein Pendel, welches ständig hin und her schwingt von Plus zu Minus, auf und ab, hinein und hinaus, vor und zurück. Eine Pendelbewegung, wie Ebbe und Flut, die auf allen Bereichen der physischen, astralen, mentalen und geistigen Ebenen wirkt und sich zeigt.
Dieses Prinzip ist eng verbunden mit dem Gesetz der Polarität. Wenn wir in diesem Buch davon sprachen, dass die Polarität ihrem Ende entgegengeht, dann wirst du jetzt den tieferen Hintergrund verstehen. Wie wir bereits sagten, können wir niemals die Polarität abschaffen, doch wir können zum Meister über den Pendelschwung werden. Indem wir den Pendelschwung verstehen und akzeptieren, ihn in unser Leben, Denken und Handeln integrieren, können wir uns über ihn erheben. Wenn wir dieses Gesetz erkennen, dann können wir andere Gesetze gegen es einsetzen.

Wie alles im Leben einem ständigen Rhythmus unterworfen ist, sind auch du und dein Leben diesem Gesetz unterworfen. Erkenne dich und erhebe dich über das Gesetz, indem du es anzuwenden verstehst. Alles im Universum ist einem ständigen Wechsel unterworfen und schwingt in ständigem Rhythmus. Es gibt immer und überall eine Aktion und eine Reaktion. Hören wir auf zu reagieren, beginnen wir zu agieren. Welten, Menschen, ganze Galaxien werden geboren und vergehen. Agieren wir und lernen unsere Reaktionen zu beherrschen. Unsere Jahreszeiten geben ein gutes Beispiel für das Gesetz des Rhythmus. Frühling und Sommer und in ihrer Umkehrung, dem Rückschwung des Pendels, Herbst und Winter.
Es ist niemals, auch nicht von den Hermetikern, behauptet worden, dass das Pendel immer zu den Extrempunkten ausschwingen muss. Es schlägt immer nur so weit aus, wie ihm auf der entgegengesetzten Seite Schwung verliehen wird. So haben wir auf einen oder viele schöne Sommer oft einen oder mehrere schöne Winter erfahren, selbst wenn sich diese Tatsache erst nach einigen Jahren zeigte. Ein Sommer der Mittelklasse bringt meist einen Winter der Mittelklasse mit sich. Hier ist jedoch auch die Frage, was für den Einen oder Anderen ein schöner Winter bedeutet.

Niemals geht etwas verloren. Alles transformiert sich, Was stirbt, wird verwandelt und wiedergeboren. Jede Geburt ist ein Tod in der geistigen Welt. Jeder Tod eine Geburt in die geistige Welt. Energie ist überall und bleibend vorhanden. Wenn der Baum im Herbst sein Laub abwirft und scheinbar tot ist, sammelt er Kraft für seine Neugeburt im Frühjahr. Er wird wiedergeboren, wenn neue Knospen treiben. Wir sehen nur nicht die verschiedenen Formen der Transformation. Wo du etwas Neues erwirbst, musst du etwas Altes loslassen. Du besitzt zum Beispiel immer so viel Geld und Gegenwert, wie du selbst an Energie investiert hast. Selbst wenn es sich momentan noch nicht manifestiert haben sollte. Vielleicht hast du viel Geld, Energie und Kraft in eine Sache investiert, die sich scheinbar noch nicht amortisiert hat. Du siehst keine Ergebnisse, keinen Erfolg? Doch sie sind vorhanden. Du kannst es jetzt nur noch nicht erkennen. Der Erfolg befindet sich noch in einer anderen Zeitdimension, hat sich noch nicht materialisiert.
Hier in der Materie zeigt sich dieses Prinzip sofort. Du musst erst etwas geben, bevor du etwas Materielles dafür bekommst. Willst du dir ein Auto kaufen, dann musst du Geld dafür hergeben. Selbst wenn du es dir borgen musst, bist du verpflichtet, es vermehrt zurückzuzahlen mit Zinsen. Manche Leute nennen es das Gesetz von Geben und Nehmen. Doch es ist lediglich der Schwung des Pendels, der in allem ist. Wisse: Du kannst immer nur soviel erhalten, wie du selbst in all deinen Inkarnationen gegeben hast. Du kannst immer nur soviel geben, wie du zu nehmen bereit bist.

Das ist das Prinzip des Rhythmus. Wenn du das Pendel nur minimal bewegst, dann kannst du nicht erwarten, dass ein großer Rückschwung erfolgt. Was du gibst, ist letztendlich gleichgültig.

Wie viele Menschen streben danach, Energie in den Äther zu senden und damit materielle Dinge zu manifestieren. Wenn du diese Kraft beherrschst, ein zielgerichtetes Denken und Wollen erreicht hast, dann genügt es, wenn du einen Wunsch mit der Kraft deiner Energie manifestierst. Doch geben musst du immer, so wie du auch bereit sein musst, anzunehmen. Nimmst du die Gaben nicht entgegen, dann wird der Rückschwung einem Anderen zugute kommen.
Die Hermetiker haben schon früh gelehrt, dass die Offenbarungen und Einflüsse sich bis in die geistigen Tätigkeitsebenen des Menschen ausdrücken. Die verwirrenden Gefühlsschwankungen, Hochs und Tiefs körperlicher und seelischer Natur, ein ständiges Auf und Ab im Berufs- und Privatleben, sind auf das Gesetz des Rhythmus zurückzuführen. (Ebbe und Flut, Welle und Wellental, Biorhythmus). Wie im Kleinen so im Großen. Der wahre Meisterschüler hat gelernt, einigen der Auswirkungen durch Transmutation zu entgehen. Der wahrhaft Suchende erkennt immer, dass es eine niedere und eine höhere Form der Auswirkungen gibt. Dieses Verständnis befähigt jeden, sich auf die höheren Ebenen einzuschwingen und damit den vermeintlich negativen Auswirkungen des Pendelrückschlages zu entgehen.

In der hermetischen Lehre wird dieses Vorgehen als das Gesetz der Neutralisation bezeichnet. Die Wirksamkeit beruht darin, dein ICH über die Schwingungen der unbewussten Ebenen, in denen der Pendelschlag ausgelöst wurde, zu erheben, so dass der negative Pendelschwung das Bewusstsein nicht berührt. Du schaust quasi aus der Vogelperspektive auf dein Pendel hinunter und befindest dich auf dem Nullpunkt der Polaritätsskala. Das bedeutet, dass du lernen kannst, deine Emotionen zu verstehen und zu beherrschen. Wenn du deine Gefühle als Beobachter betrachten kannst, sie annehmen und einfach sein lassen kannst, sie zwar verstehst, dich jedoch nicht überwältigen lässt, sie auszuagieren, dann bist du auf dem Weg.
Der Fortgeschrittene auf diesem Gebiet begibt sich bewusst auf den Pluspol der Skala und bleibt ganz bewusst auf diesem Punkt stehen. So kann sie/er zwar den Schwung des Pendels nicht verhindern, doch aus einer übergeordneten Sicht verneint sie/er für sich die Negation und lässt das Pendel in das Unbewusste zurück schwingen. Ein erwachter Mensch akzeptiert, dass alles so ist, wie es ist, und vermeidet damit, gewaltsam etwas verändern zu wollen, was nicht veränderbar ist. Dazu ist natürlich intensive Arbeit und Erkennen deiner Emotionen notwendig.

Viele Menschen haben einen Teil dieser Weisheit integriert, indem sie sich von negativen Stimmungen und Launen zumindest im Berufsleben nicht ablenken lassen. Sie lassen sozusagen morgens, vor Betreten der Firma, ihre Probleme vor der Tür, nehmen sie dann am Abend wieder mit oder haben ihren Ärger vergessen. Hier haben wir auch bereits die Zauberformel. Ablenken. Der Meister erreicht diese Fertigkeit, die jene verunsichert, die sich von Launen und Stimmungen, wie Tang in der Brandung, willenlos hin- und her schleudern lassen.
Wir haben in diesem Buch viel über Gefühle, Emotionen und Energien gesprochen. So wirst du erkennen, wie oft du dich deinen eigenen Gefühlsschwankungen hingibst. Wie oft folgte auf ein Leistungshoch ein absolutes Tief, oder auf Enthusiasmus am nächsten Tag der Zweifel usw. Suche einfach die Ursache im Prinzip der Schwingung.
Aus Unwissenheit geben Menschen den Anderen oder den Umständen oft Schuld an ihrer schlechten Stimmung. Doch diese ist letztlich nur ein Rückschwung des Pendels. Ein Anderer hat uns verärgert. Doch du kannst immer nur dich selbst ärgern, indem du deinen eigenen Emotionen und Glaubenssätzen unterliegst. Keinem anderen Menschen ist es möglich, dich zu ärgern, es sei denn, du erlaubst es ihm oder ihr.

Die Bewusstmachung dieses Prinzips lässt dich zum Meister werden über deine Launen und Stimmungen. Dazu gehört die Schulung des Willens. Niemals kannst du den Rückschwung des Pendels verhindern. Du kannst jedoch lernen, dich nicht mehr von ihm hinweg tragen zu lassen, indem du die andere Seite der Polarität beschreitest.

Das Prinzip unterliegt dem Gesetz der Kompensation. Das Gegengewicht halten! Bleib neutrale/r Beobachter/in deiner Selbst. Das Gesetz der Kompensation besagt: Das Maß des Ausschlages nach rechts bestimmt das Maß des Ausschlagens nach links. Ein Pendel, das nur kurz in eine Richtung schwingt, schwingt auch immer nur kurz in die andere Richtung.
Ein Mensch, der großer Freude fähig ist, ist auch fähig zu tiefem Schmerz (Polarität), während derjenige, der wenig Schmerz empfindet, sich auch nur in geringstem Maße freuen kann. Wenn du ständig die Tür zu deinem Herzen immer nur soweit öffnest, dass ein anderer Mensch, oder der Schmerz, keinen Fuß dazwischen stellen kann, dann wirst du zwar weitgehend von Schmerz verschont, aber auch von der Freude.

Das gleiche gilt für alle vermeintlich negativen Gefühle. Wo nichts hinaus geht, kommt auch nichts hinein. Erst dann, wenn du die Tür zu deinem Herzen weit öffnest, dann können alle Gefühle sowohl herein kommen, als auch hinaus gehen. Dann kannst du auch den Schmerz und die vermeintlich negativen Gefühle besiegen. Dies meinte Jesus, als er sagte: „Werdet wie die Kinder, denn ihrer ist das Himmelreich“. Je weniger Angst du vor dem Schmerz hast, denn er ist oft nur Erinnerung, desto freudiger kannst du das Leben atmen. Je mehr Freude in deinem Leben ist, desto weniger wird Schmerz dich erreichen.

Es ist die Regel, dass sich in jedem Wesen die Fähigkeit zu Freude und Schmerz im Gleichgewicht befinden. Das Gesetz der Kompensation ist hier in vollkommener Wirksamkeit. Die Hermetiker gehen noch weiter. Sie lehren, bevor jemand in der Lage sei, ein bestimmtes Maß an Freude zu empfinden, müsse er entsprechend weit zum anderen Pol der Empfindung geschwungen sein. Er muss erst fähig sein, offen zu sein, Schmerz zulassen zu können, um auf die andere Seite der Polarität zu schwingen.
Sie sagen, dass das Negative hierbei dem Positiven vorangeht, d.h., wenn jemand ein bestimmtes Maß an Freude erlebt, nun nicht daraus folgt, dass er dafür mit einem ebensolchen Maß an Leid zu zahlen habe. Im Gegenteil, die Fähigkeit zur Freude ist nach dem Gesetz der Kompensation der rhythmische Schwung für ein entweder im gegenwärtigen Leben oder in einer anderen Inkarnation erfahrenes Maß an Schmerz und Leid.

Wenn du also ein Mensch bist, der zu großer Freude fähig ist, dann hast du bereits sehr viel Schmerz erfahren. Du hast deinen Schmerz aus allen Inkarnationen erlöst. Du hast keine Angst mehr vor deinem Schmerz und kannst die Tür für die Freude geöffnet halten. Der Lohn deines Schmerzes in diesem oder anderen Leben ist deine heutige Fähigkeit, Freude zu empfinden. Wenn du dieser Freude heute nicht fähig bist, dann kannst du sie lernen, indem du zum Beispiel Therapieformen anwendest, die dich bewusst mit deinem verdrängten Schmerz in Berührung bringen, damit auch dein Herz sich öffnet, anstatt sich aus Angst vor der Angst oder dem Schmerz zu verschließen. Oder du nutzt die Kraft der violetten Flamme. Das Leben ist dazu da, dass du es mit Freude umarmst.

Das Gesetz des Rhythmus ist immer in Wirksamkeit, selbst wenn der Rückschwung des Pendels in manchen Fällen mehrere Inkarnationen auf sich warten lässt. Dann reden wir von Schicksalsschlägen, weil wir die vermeintliche Ungerechtigkeit des Schicksals nicht einordnen können. Doch niemals wird dir irgendetwas widerfahren, für das nicht du selbst die Ursache gesetzt und deren Erfahrung du in diesem Leben zugestimmt hast. In diesem oder in einem vergangenen Leben.    

 

Auszug aus “Du bist der Weg” von Eva-Maria Ammon.

Mehr Informationen unter www.du-bist-der-weg.com

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